Meisterschaftspiel; FC Malcantone vs. FC Emmenbrücke

Der späte K.o. in Caslano
Auf dem mit 105 x 69 Metern größten Platz der Liga entwickelte sich vor rund 150 Zuschauern eine intensive und über weite Strecken gutklassige Partie. Der FC Emmenbrücke zeigte dabei im Vergleich zum Rückrundenauftakt in Sursee ein deutlich anderes Gesicht. Die Gelbschwarzen traten konzentriert, mutig und spielerisch klar verbessert auf. Umso bitterer, dass sie sich für diesen Auftritt am Ende nicht belohnen konnten.
Der FCE startete optimal in die Begegnung. Bereits in der 2. Minute setzte sich Berzan Polat auf der rechten Seite energisch durch und brachte den Ball gefährlich zur Mitte. Dort stand Aimé Messanh Hunlede goldrichtig und brachte unsere Farbenmit seinem Treffer nach gut 70 Sekunden früh in Führung. Es war genau der Start, den sich die Mannschaft vorgenommen hatte.
Auch in den Minuten danach blieb Emmenbrücke die bessere Mannschaft. Die Unseren waren wacher, aggressiver in den Zweikämpfen und vor allem spielerisch klarer. Malcantone fand in dieser Phase kaum Mittel und Wege, um sich fußballerisch zubefreien, und stoppte unsere Angriffe immer wieder mit Fouls. Diese wurden von Mal zu Mal härter. Der noch junge Schiedsrichter wirkte dabei leider nicht immer sattelfest.
Besonders in Erinnerung blieb die Szene in der 23. Minute, als Devid Girola Florant Veseli von hinten mit offener Sohle in die Knöchel grätschte. Eine klare rote Karte wäre hier absolut vertretbar gewesen. Stattdessen blieb es bei Gelb. Auchin der 30. Minute folgte die nächste umstrittene Szene. Alessio Roncari setzte gegen Berzan Polat den Ellbogen ein und traf ihn hart im Rücken. Polat musste wenig später verletzt ausgewechselt werden und wurde in der 33. Minute durch Richard Nikaj ersetzt. Wieder zeigte der Unparteiische nur Gelb. An dieser Stelle bleibt zu hoffen, dass sich Berzan rasch wieder erholt.
Der FC Malcantone nutzte diese Phase clever aus. Nach dem Wechsel auf unserer rechten Seite musste sich Emmenbrücke kurz neu sortieren, und genau dort stießen die Gastgeber dann erstmals gefährlich vor. Florjan Seferaj tankte sich auf links durch und schloss in der 34. Minute trocken zum 1:1 ab. Es war der erste Torschuss des Heimteams und zugleich der Ausgleich. Das war in dieser Phasenatürlich besonders ärgerlich, weil Emmenbrücke bis dahin das Spiel weitgehendim Griff hatte.
Nach dem1:1 wurde die Partie etwas ruhiger. Emmenbrücke blieb spiel bestimmend, Malcantone zog sich zurück und lauerte vermehrt auf Konter. Klare Torchancen gab es bis zur Pause keine mehr.
Halbzeit1:1
Auch in der zweiten Hälfte änderte sich das Bild nicht grundlegend. Der FC Emmenbrücke wollte Fußball spielen, suchte über Ballbesitz und Kombinationen die Lösung und versuchte, das Spiel zu kontrollieren. Der FC Malcantone konzentrierte sich fast ausschließlich darauf, den Spielfluss der Gelbschwarzen zu stören, die Zweikämpfe hart zu führen und bei Ballgewinn sofort umzuschalten.
Trotz dem gehörten die besseren Möglichkeiten weiterhin unserem Team. In der 49. Minutekam Aimé Hunlede nach einem guten Angriff zum Abschluss, der Ball ging jedoch knapp am linken Pfosten vorbei. In der 55. Minute schloss Florant Veseli nach einem Eckball mit links ab, der Ball strich nur knapp über das linke Lattenkreuz. In der 68. Minute versuchte es Egzon Ramadani mit einem starken Weitschuss, doch Malcantone-Keeper Candeloro reagierte stark und verhindertedie erneute Führung.
Je längerdas Spiel dauerte, desto mehr drückte der FCE auf den zweiten Treffer. Die Mannschaft blieb geduldig, liess sich von der harten Gangart des Gegners nicht verunsichern und machte insgesamt vieles richtig. Nur der entscheidende zweite Treffer wollte einfach nicht fallen.
Dann folgtein der 74. Minute die wohl umstrittenste Szene des Spiels. Augustin Tanushajtankte sich energisch in den Strafraum, wurde dort klar von den Beinen geholtund musste anschließend sogar ausgewechselt werden. Für alle Beteiligten, selbst für viele Zuschauer der Gastgeber, war die Sache eigentlich klar. Dochder Pfiff blieb aus. Der Schiedsrichter entschied auf Abstoß und erklärte später, der Ball sei gespielt worden. Wenn dies tatsächlich der Fall gewesen wäre, hätte es zumindest Eckball geben müssen. So oder so war es eine Szene, die kaum nachvollziehbar blieb. Tanushaj musste in der 75. Minute durch Mac Pouomo ersetzt werden.
Doch damit nicht genug. Auch Captain Geri tankte sich später noch einmal in den Strafraumhinein und wurde dort regelrecht gefällt. Wieder blieb der Elfmeterpfiff aus. Malcantone verteidigte mit allem, was es hatte, Emmenbrücke lief unermüdlich an und war dem Siegtreffer näher.
In der 82.Minute kam Bojan Malbasic für Aimé Hunlede, um nochmals neue Impulse zu setzen. Florant Veseli wurde in der 89. Minute durch Lorin Mirashi ersetzt. Die Gelbschwarzen warfen in der Schlussphase alles nach vorne und suchten den Lucky Punch.
Dann lief bereits die Nachspielzeit. In der 94. Minute erhielt Emmenbrücke nochmals einen Eckball. Die letzte Chance auf den Sieg oder zumindest auf den Punkt. Der Ball landete jedoch in den Händen von Torhüter Candeloro. Dieser schaltete blitzschnell, warf den Ball sofort auf den schnellen Seferaj, der auf derrechten Seite davonzog, präzise zur Mitte flankte und Lucas Inguimbert köpfte zum 2:1 für die Gastgeber ein.
Was für ein Ende. Ein Spiel, das sich über weite Strecken wie ein Geduldsspiel entwickelt hatte, wurde in der letzten Minute wie in einem Drama entschieden – leider gegen uns.
Schlussresultat FC Malcantone – FC Emmenbrücke 2:1 (1:1)
Fazit:
Diese Niederlage tut weh. Nicht nur wegen des Zeitpunkts, sondern auch wegen des gesamten Spielverlaufs. Der FC Emmenbrücke zeigte ein ganz anderes Gesicht als noch zum Rückrundenauftakt in Sursee. Die Mannschaft war konzentriert, mutig, mehrheitlich in Ballbesitz und ließ sich auch von der harten und zum Teil grenzwertigen Gangart des Gegners nicht aus dem Konzept bringen. Malcantone verfolgte seinen Matchplan konsequent: tief stehen, stören, immer wieder den Spielfluss brechen und auf Konter warten. Am Ende ging dieser Plan auf. Ums obitterer, dass eine solche Art von Fußball mit drei Punkten belohnt wurde.
Trotz dem muss man festhalten: Die Leistung des FCE macht Hoffnung. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie lebt, dass sie Qualität hat und dass sie als Einheit auftreten kann. Auf dieser Leistung lässt sich aufbauen. Jetzt wartet am kommenden Sonntag das Derby gegen den SC Emmen. Der Auftritt in Caslano muss Mut machen.
Vorschau:
SO 29.03.2026 14.00 Uhr FC Emmenbrücke – SC Emmen, Stadion Gersag
SA 11.04.2026 16.00 Uhr FC Rotkreuz – FC Emmenbrücke, Sportplatz/Dorfmatt
SA 18.04.2026 18.00 Uhr FC Emmenbrücke – FC Härkingen, Stadion Gersag
Emmenbrücke,23. März 2026
ArminDuss
FCEmmenbrücke