Roman Omlin, 23.03.2010
Kunstrasen in Emmen - Offener Brief der Vereine FC Emmenbrücke und SC Emmen
Der FC Emmenbrücke und der SC Emmen wenden sich mit einem offenen Brief (untenstehend) an die Gemeinde Emmen und die Emmer Parteifraktionen, um den dringend benötigten Bau eines Kunstrasens in der Sportstadt Emmen voranzutreiben. Dazu der Link zum Zisch-Bericht
Kunstrasen in der Gemeinde Emmen
Offener Brief der beiden Vereine FC Emmenbrücke und SC Emmen
Die zwei grössten Sportvereine der Gemeinde Emmen zeigen sich erfreut darüber, dass die Realisierung eines Kunstrasenfeldes in der Sportstadt Emmen nun in greifbare Nähe gerückt ist und unterstreichen die Dringlichkeit eines solchen Projekts. Entgegen anderslautender Pressemeldungen besteht unter den beiden Fussballclubs umfassende Einigkeit, was den bevorzugten Standort eines künftigen Kunstrasenfeldes betrifft. Sowohl der FC Emmenbrücke als auch der SC Emmen setzen sich mit Nachdruck für einen Kunstrasenplatz auf dem Spielfeld ‚Rossmoos’ ein. Im Gegensatz zu anderen, von Dritter Seite ins Spiel gebrachten Varianten erblicken die Vereine an diesem Standort nur Vorteile für die Zukunft des Emmer Fussballs.
Die damalige Realisierung eines Allwetterspielfeldes im Gersag war ein weitsichtiger Entscheid des Emmer Parlaments. Die beiden grössten Emmer Sportvereine hatten erstmals die Möglichkeit, auch bei schlechtem Wetter die erforderlichen Trainings durchzuführen. Viele Sportvereine und Gemein-den aus der Region wollten regelmässig von einer Spielgelegenheit bei misslichen Witterungsbedingungen profitieren und so kamen die beiden Emmer Fussballvereine stets zu ihren gewünschten Trainingsspielpartnern. War noch vor wenigen Jahren der Emmer Allwetterplatz an Winterwochenenden voll ausgelastet, so herrscht heute mehrheitlich Stille auf dem roten Gersag-Spielfeld.
Dies aus folgenden Gründen:
- Der Allwetterplatz verfügt über eine derart in die Jahre gekommene und holprige Unterlage, dass ein gepflegtes Spiel vielfach unmöglich ist;
- Der Allwetterplatz gefährdet die Gesundheit der Sportler: Zum einen stellt die harte Unterlage ein hohes Verletzungsrisiko dar und belastet den Gelenkapparat der Fussballer unnötig stark. Zum anderen entwickelt sich der Allwetterplatz bei trockenen und windigen Verhältnissen zu einem riesigen Staubbecken, welcher Sicht und Atmung der Spieler so massiv einschränkt, dass dies heute als gesundheitsschädlich bezeichnet werden muss;
- Auf dem Allwetterplatz ist dadurch den Spielern ein hundertprozentiger Einsatz für ihr Team nicht mehr zumutbar, was repräsentative Trainings und Spiele verunmöglicht. Selbst für interne Trainingsspiele oder solche zwischen den beiden Vereinen müssen mittlerweile Kunstrasenfelder in der Region zugemietet werden.
- Der Abfluss von Regenwasser ist an diversen Stellen (spätestens seit den Eidg. Ringertagen 2006) nicht mehr gewährleistet. Gerade bei Regenwetter, wenn der Platz zum Einsatz kommen sollte, sind die Verhältnisse deshalb noch schlechter als sonst.
- Die Spielfeldmarkierungen des Allwetterplatzes sind trotz Verbesserungsmassnahmen der Gemeinde Emmen schlecht sichtbar. Der Platz wurde daher bereits von vielen unabhängigen Schiedsrichtern beanstandet und lässt keine reglementskonforme Spiele mehr zu;
Durch die Erstellung eines neuen Kunstrasenfeldes fallen all diese erheblichen Nachteile dahin.
Zusätzlich profitieren so
- die beiden Vereine davon, sich auch dann optimal vorbereiten zu können, wenn die jeweils bevorstehenden Auswärtsspiele ihrer Teams auf Kunstrasen durchgeführt werden;
- die Schulen der Gemeinde Emmen für die Gestaltung des Sportunterrichts unter Entlastung der Turnhallenressourcen;
- die Gemeinde Emmen von Einnahmen durch die Vermietung des Spielfeldes bei Benutzung durch auswärtige Vereine;
- die Sportstadt Emmen und andere Sportvereine innerhalb und ausserhalb der Gemeinde von der Benutzungsmöglichkeit eines Kunstrasens für besondere Veranstaltungen;
Die Sportstadt Emmen hat bei ihrer Lancierung im Jahre 2006 ehrgeizige Ziele für sich selbst und die beteiligten Vereine gesetzt. Beide Fussballvereine haben das Projekt von Anfang an unterstützt und treten in der Öffentlichkeit mit dem Slogan ‚Emmen. Überraschend sportlich.‘ auf. Zudem haben sich in beiden Vereinen die Strukturen verbessert und in jüngster Zeit zahlreiche sportliche Erfolge möglich gemacht. Zu erwähnen sind beispielsweise die Aufstiege des FC Emmenbrücke I (2. Liga regional in 2. Liga interregional, sowie 2. Liga interregional in 1. Liga), des SC Emmen I (3. Liga in 2. Liga regional) sowie des FC Emmenbrücke II (4. Liga in 3. Liga). Die beiden Fussballvereine zählen damit wieder zu den wichtigen Grössen im Innerschweizer Fussball.
Mit der Gründung von Emmen United haben unsere Vereine zudem eine Organisation für die einheimischen Junioren geschaffen, die talentierte Jugendliche in Emmen halten kann und diese auch mit ausgebildeten Trainern fördert. Die vielen Innerschweizer Meistertitel und Cupsiege gegen starke Konkurrenz innerhalb der erst kurzen Lebenszeit von Emmen United bestätigen das gemeinsame Engagement vollumfänglich.
Auch bezüglich grosser Sportanlässe sind es primär die beiden Fussballvereine, welche den Bekanntheitsgrad der Sportstadt Emmen ins Land hinaus tragen. Das internationale Pfingstturnier des FC Emmenbrücke ist gar über die Landesgrenzen hinaus eine beliebte und bekannte Veranstaltung, welche jeweils Monate im Voraus ausgebucht ist. Die Durchführung eines Junioren-Länderspiels der Schweiz im Herbst 2009 im Gersag, weitere national und regional bekannte Turniere in der Halle wie auch auf dem Feld zeugen ebenfalls vom grossen Engagement der beiden Vereine. Der FC Emmenbrücke wurde ebenso bereits vom Innerschweizerischen Fussballverband als Austragungsort des sehr gut besuchten Innerschweizer Cupfinaltages 2011 beauftragt, dies jedoch unter der Auflage, einen Kunstrasen als Spielfeld bereit zu halten.
Die rund 50(!) Junioren- und Aktivmannschaften der beiden Clubs müssen sich in der Saisonvorbereitung und bei regnerischem Wetter einen einzigen, aus der Zeit gekommenen Platz teilen. Dies ist unserer Ansicht nach – wie bereits mehrmals bei Sportamt und Gemeinderat deponiert – weder einer „normalen“ Gemeinde, geschweige denn einer selbsternannten Sportstadt würdig.
Der SC Emmen und der FC Emmenbrücke bevorzugen und propagieren voneinander unabhängig das Spielfeld ‚Rossmoos‘ als mit Abstand zweckmässigsten Standort eines neuen Kunstrasenplatzes.
Diese Einigkeit basiert auf folgenden Argumenten:
- Das Feld befindet sich geographisch in der Mitte der beiden Vereinsheimstätten, dem Gersag und der Feldbreite. Diese Lage verbindet die Vereine, statt neue Rivalitäten zu entfachen und garantiert kurze Wege von und zu beiden Clubhäusern und Garderoben;
- Das Spielfeld Rossmoos wurde erst kürzlich von der Gemeinde Emmen erworben. Bei einer Umwandlung in ein Kunstrasenfeld geht somit im Vergleich zu früheren Verhältnissen kein Rasenspielfeld verloren
- Beim Erwerb der gesamten Anlage von der Viscose-Stiftung wurde das Spielfeld Rossmoos von der Gemeinde Emmen bereits als Kunstrasen-Standort propagiert (siehe Ausgabe März 2009 des Emmenmails)
- Der FC Emmenbrücke und der SC Emmen äussern ausdrücklich den Wunsch, dass der Kunstrasen nicht auf dem Hauptspielfeld einer der beiden Sportanlagen platziert wird! Der Kunstrasen soll immer noch eine Schlechtwetter-Alternative sein, jedoch nicht Standard-Unterlage. Die in der Lokalzeitung ‚REGION‘ geäusserte Idee, beide Vereine sollten gemeinsam das Hauptspielfeld auf einem Gersag-Kunstrasen benutzen, widerspricht den tatsächlichen Verhältnissen und Bedürfnissen, verkennt die Vereinsstrukturen, ist unzweckmässig, und kann bei nüchterner Betrachtung nicht ernst genommen werden;
- Gemeinsam mit dem alten Allwetterplatz verdoppelt sich so die Trainingsfläche, welche bei Rasenschonung dringend benötigt wird. Damit könnten die Fanionteams der beiden Vereine sowie die erfolgreiche, interregionale Juniorengruppierung Emmen United endlich auf einer geeigneten Unterlage mit einigermassen ausreichendem Platz trainieren. Dazu würden die sonst ohne Spielfeld verbleibenden Mannschaften auf dem Allwetterplatz trainieren können.
Gemeinsam rufen der SC Emmen und der FC Emmenbrücke die Emmer Politik nun im Sinne der vorstehenden Ausführungen dazu auf, das Projekt eines Kunstrasenfeldes in der Sportstadt Emmen engagiert in Angriff zu nehmen und so rasch als möglich zu verwirklichen.
Emmen, 22. März 2010
Bruno Rogger Martin Dürig
Präsident FC Emmenbrücke Präsident SC Emmen
Roman Omlin Peter Brülisauer
SPIKO-Präsident FC Emmenbrücke SPIKO-Präsident SC Emmen
Geht an:
- Gemeinderat Emmen
- Sportamt Emmen
- Emmer Parteifraktionen
- Medien
- Vereinsmitglieder via Webseite
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